Mit diesen Worten und durch ihre Entscheidung, ihren Prozess öffentlich zu machen, ist Gisèle Pelicot zu einem Symbol im Kampf gegen sexuelle Gewalt geworden. Die Dokumentation des Prozesses von Servane Dècle und Milo Rau bietet eine Reise ins Herz der Banalität der Vergewaltigung und ihrer juristischen Aufarbeitung. Verhörprotokolle, Plädoyers, Auszüge aus den Akten, Kommentare und Interviews: 40 Dokumente, die uns verstehen helfen, was dieser historische Prozess über unsere Gesellschaft aussagt und warum er historisch ist.
Aus tausenden Seiten an Notizen, basierend auf Mitschriften von Journalist:innen, Chatverläufen und Gesprächsprotokollen, versuchen der Regisseur Rau und die Dramaturgin Dècle eine Rekonstruktion des Falls. Rau interessiert vor allem, was die Männer zu ihrer Tat bewegt hat. »Das waren keine psychotischen Straftäter«, so schreibt er, »das waren ganz normale Männer.«
Es ist nicht das erste Mal, dass Rau gesellschaftliche Themen künstlerisch als Gerichtsprozess aufarbeitet: »Die Moskauer Prozesse« von 2014 behandelte etwa drei Strafverfahren gegen russische Kuratoren und Künstlerinnen, darunter der Pussy-Riot-Prozess.

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